Vom übersteigerten Nationalismus ist man mit der Fahne (und meinetwegen der Nationalhymne) noch weit, weit entfernt. Wir hier in DE haben in vielerlei Hinsicht ein etwas komisches Verhältnis zur eigenen Nation… ich merke das immer wieder deutlich wenn ich entweder drüben beim vietnamesischen Teil meiner Familie bin oder aber wenn wir Besuch von drüben bekommen:
Während dort auch außerhalb von Fußball Großereignissen oft und gerne die Fahne ans Haus gehangen wird und ein gewisser Patriotismus einfach vorhanden ist, hat man hierzulande oft genug den Eindruck, dass es vielen Menschen fast peinlich ist wenn irgendwo die Nationalhymne gespielt oder gar die Flagge rausgeholt wird…
Wie kann man verhindern dass es zu einer Eskalation kommt? Ganz einfach: Man überlässt den Nazis eben nicht die Symbolik der eigenen Nation.
Zu Fußballereignissen hängt auch überall die deutsche Flagge. Die Flaggen hängen auch überall dort, wo sie wegen Repräsentanz angebracht sind. Also bei Regierungssitzen, Parlamenten, vor dem städtischen Rathaus… Vor Schulen, einfachen Ämtern, Polizeistationen und Gerichten haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf. Genauso darf die Bildung nicht aus der Nation heraus erwachsen, sondern sie muss von der Nation unabhängig sein, sowohl inhaltlich wie auch symbolisch.
Und das komische Verhältnis zur Nation liegt darin begründet, dass deutscher Nationalismus zuletzt in einem Jahrzehnt 30-40 Millionen Menschen ermordet hat. 7 Millionen davon in industriellen Vernichtungslagern.
Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf.
Ja, man kann allerdings auch argumentieren, dass diese Fahne genau für diese Werte stehen kann und diese Stellen entsprechend kennzeichnet. Das ist in einem etatistischen, bürgerlichen (iSv dem Bürger gehörenden) Land wie bspw. Frankreich viel selbstverständlicher, ohne in plumpen Nationalismus auszuufern. Es kommt ja darauf an, was wir der Fahne für eine Bedeutung zuschreiben und daraus machen.
Vor Schulen, einfachen Ämtern, Polizeistationen und Gerichten haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten >muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf.
Hmm, das sehe ich anders. Auch Gerichte, Polizeistationen etc. sind Orte die eine “staatstragende” Funktion haben, und darauf mit der Flagge aufmerksam zu machen ist nach meiner Meinung nichts verkehrtes. Was die Gleichbehandlung angeht: Natürlich darf die Nationalität hier nicht völlig in den Hintergrund treten - jemand mit einer deutschen Staatsbürgerschaft hat andere Rechte (und Pflichten!) als jemand der sich hier “nur” im Rahmen einer anderern Aufenthaltsform aufhält.
Welche Pflichten hat ein Staatsbürger ggü. der Polizei oder den Gerichten, die ein Nicht-Staatsbürger nicht hat? Mir fällt bei Gerichten höchsten ein, dass man zum Schöffen berufen werden könnte, was sehr unwahrscheinlich ist. Aber auch da hat man keine Pflicht ggü. der Nation, sondern ggü. seinen Mitbürgern, egal welche Staatsbürgerschaft sie haben.
Vom übersteigerten Nationalismus ist man mit der Fahne (und meinetwegen der Nationalhymne) noch weit, weit entfernt. Wir hier in DE haben in vielerlei Hinsicht ein etwas komisches Verhältnis zur eigenen Nation… ich merke das immer wieder deutlich wenn ich entweder drüben beim vietnamesischen Teil meiner Familie bin oder aber wenn wir Besuch von drüben bekommen:
Während dort auch außerhalb von Fußball Großereignissen oft und gerne die Fahne ans Haus gehangen wird und ein gewisser Patriotismus einfach vorhanden ist, hat man hierzulande oft genug den Eindruck, dass es vielen Menschen fast peinlich ist wenn irgendwo die Nationalhymne gespielt oder gar die Flagge rausgeholt wird…
Wie kann man verhindern dass es zu einer Eskalation kommt? Ganz einfach: Man überlässt den Nazis eben nicht die Symbolik der eigenen Nation.
Zu Fußballereignissen hängt auch überall die deutsche Flagge. Die Flaggen hängen auch überall dort, wo sie wegen Repräsentanz angebracht sind. Also bei Regierungssitzen, Parlamenten, vor dem städtischen Rathaus… Vor Schulen, einfachen Ämtern, Polizeistationen und Gerichten haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf. Genauso darf die Bildung nicht aus der Nation heraus erwachsen, sondern sie muss von der Nation unabhängig sein, sowohl inhaltlich wie auch symbolisch.
Und das komische Verhältnis zur Nation liegt darin begründet, dass deutscher Nationalismus zuletzt in einem Jahrzehnt 30-40 Millionen Menschen ermordet hat. 7 Millionen davon in industriellen Vernichtungslagern.
Ja, man kann allerdings auch argumentieren, dass diese Fahne genau für diese Werte stehen kann und diese Stellen entsprechend kennzeichnet. Das ist in einem etatistischen, bürgerlichen (iSv dem Bürger gehörenden) Land wie bspw. Frankreich viel selbstverständlicher, ohne in plumpen Nationalismus auszuufern. Es kommt ja darauf an, was wir der Fahne für eine Bedeutung zuschreiben und daraus machen.
In Frankreich hat das AfD-Äquivalent 33% der Stimmen bekommen. Da ist schon lange ein plumper Nationalismus.
Es geht um den Gebrauch/die Wahrnehmung der Fahne.
Ob Le Pens RN diese Werte hat, weil vor staatlichen Gebäude die französische (und europäische) Flagge weht, weiß ich nicht.
Hmm, das sehe ich anders. Auch Gerichte, Polizeistationen etc. sind Orte die eine “staatstragende” Funktion haben, und darauf mit der Flagge aufmerksam zu machen ist nach meiner Meinung nichts verkehrtes. Was die Gleichbehandlung angeht: Natürlich darf die Nationalität hier nicht völlig in den Hintergrund treten - jemand mit einer deutschen Staatsbürgerschaft hat andere Rechte (und Pflichten!) als jemand der sich hier “nur” im Rahmen einer anderern Aufenthaltsform aufhält.
Welche Pflichten hat ein Staatsbürger ggü. der Polizei oder den Gerichten, die ein Nicht-Staatsbürger nicht hat? Mir fällt bei Gerichten höchsten ein, dass man zum Schöffen berufen werden könnte, was sehr unwahrscheinlich ist. Aber auch da hat man keine Pflicht ggü. der Nation, sondern ggü. seinen Mitbürgern, egal welche Staatsbürgerschaft sie haben.