Der Meinung bin ich auch ganz unironisch, aber der Spruch war schon sarkastisch gemeint. Dass eben nicht jeder einfach seines eigenen Glückes Schmied ist. Diese Erzählung legitimiert ja diesen ganzen Brimborium erst
Neoliberalismus treibt die Vereinzelung der Gesellschaft voran. Jeder kämpft für sich allein, verkauft seine Arbeitskraft am gewinnbringensten und sorgt für Konkurrenz „jeder gegen jeden“. Das verhindert explizit solidarische Gesellschaften und ist auch genauso gewünscht. Wenn sich plötzliche alle Arbeiter:innen verbünden würden, könnte man ja feststellen dass man eine Gegenmacht hat, upsi, dass darf nicht passieren.
Nachbarschaftshilfe hat aber nichts mit Kapitalismus oder Marktwirtschaft zu tun. Im Gegenteil, da ist eine monetäre Bezahlung verpönt. Das „Kreditsystem“ dort heisst Schuld/ Gegenleistung/ Gefallen.
In dieser sozialen Ebene gibt es keine Chefs, Arbeiter und Geld. Da gibt es Augenhöhe, Gefallen tun und kleine Aufmerksamkeiten schenken.
Mach doch mal die Probe: Frag deinen Nachbarn, ob er für dich beim nächsten Mal für 20€ den Flurdienst mit Treppe putzen übernimmt. Schau mal was er/ sie antwortet.
Deswegen mag ich Nachbarschaftshilfen und alles was auf solidarischen Beisammensein beruht auch so gern: weil es nichts mit Kapitalismus und Leistungsgesellschaft zu tun hat. Support your local SoLawi und Hackerspace.
Mein Punkt war aber: in einer Gesellschaft, in der jeder um seinen Lohn kämpft und sich in immer mehr Arbeitszeit bei immer weiter steigenden Kosten krumm macht, da bleiben weniger Ressourcen um sich in der gegenseitigen Hilfe zu engagieren. Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Nachbarn, die such gegenseitiv helfen. Normalität in einer funktionierenden Gesellschaft mit intakten sozialen Strukturen.
Neoliberalismus hat den Chat betreten
Ähem, entschuldigen Sie, aber jeder ist seines Glückes Schmied!
/s
Das /s kannst Du weglassen, denn Neoliberalismus zerstört die Gesellschaft, und hat genau den Effekt, den Du ihm unterstellst.
Der Meinung bin ich auch ganz unironisch, aber der Spruch war schon sarkastisch gemeint. Dass eben nicht jeder einfach seines eigenen Glückes Schmied ist. Diese Erzählung legitimiert ja diesen ganzen Brimborium erst
Hat irgendwie nichts damit zu tun. Oder übersehe ich da was?
Neoliberalismus treibt die Vereinzelung der Gesellschaft voran. Jeder kämpft für sich allein, verkauft seine Arbeitskraft am gewinnbringensten und sorgt für Konkurrenz „jeder gegen jeden“. Das verhindert explizit solidarische Gesellschaften und ist auch genauso gewünscht. Wenn sich plötzliche alle Arbeiter:innen verbünden würden, könnte man ja feststellen dass man eine Gegenmacht hat, upsi, dass darf nicht passieren.
Nachbarschaftshilfe hat aber nichts mit Kapitalismus oder Marktwirtschaft zu tun. Im Gegenteil, da ist eine monetäre Bezahlung verpönt. Das „Kreditsystem“ dort heisst Schuld/ Gegenleistung/ Gefallen.
In dieser sozialen Ebene gibt es keine Chefs, Arbeiter und Geld. Da gibt es Augenhöhe, Gefallen tun und kleine Aufmerksamkeiten schenken.
Mach doch mal die Probe: Frag deinen Nachbarn, ob er für dich beim nächsten Mal für 20€ den Flurdienst mit Treppe putzen übernimmt. Schau mal was er/ sie antwortet.
Deswegen mag ich Nachbarschaftshilfen und alles was auf solidarischen Beisammensein beruht auch so gern: weil es nichts mit Kapitalismus und Leistungsgesellschaft zu tun hat. Support your local SoLawi und Hackerspace.
Mein Punkt war aber: in einer Gesellschaft, in der jeder um seinen Lohn kämpft und sich in immer mehr Arbeitszeit bei immer weiter steigenden Kosten krumm macht, da bleiben weniger Ressourcen um sich in der gegenseitigen Hilfe zu engagieren. Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.