…und das ist genau das Problem!
Man traut sich einfach keine Entscheidungen mehr zu fällen.
FCAS, AfD-Verbot,… man muss es dann halt auch einfach durchziehen.
Es hat weniger mit Entscheidungen, als mit Politik zu tun. Dassault versucht die Dominanz über Airbus zu bekommen, da stehen krasse industrielle und nationalökonomische Fragen im Vordergrund. Ist natürlich das letzte, was man sich in einer starken EU wünscht.
Dassault versucht die Dominanz über Airbus zu bekommen
Ja. Und Deutschland hat jetzt in den vergangenen Monaten auf verschiedensten Wegen probiert, ‘soft’ auszudrücken, dass das für uns nicht akzeptabel ist. In der Hoffnung, dass das in Frankreich gehört wird.
Nun hat Pistorius sich außerdem dazu entschieden, eine harte Grenze zu formulieren (Ende des Jahres). Jetzt ist Ende des Jahres und auch dieser Ruf verhallte ungehört.
Es jetzt auf unbestimmte Zeit wieder in die Zukunft zu verschieben, ist in meinen Augen ein fatales Signal.
Dassault hat schon mehrfach bewiesen, dass sie Kampfjets gut können. Insofern wäre es gut ihnen die Führung zu überlassen.
Als die Franzosen damals aus dem Eurofighter ausgestiegen sind und die Dassault Rafale entwickelt haben, war das Ergebnis super. Die Rafale war mehrere Jahre (2000) vor dem Eurofighter einsatzbereit und von Anfang an ein Mehrzweckflugzeug (Omnirole). Der Eurofighter brauchte noch einige Jahre (2008) bis er gegen Bodenziele eingesetzt werden konnte. Eurofighter und Rafale sind sehr ähnlich von den Leistungsdaten. Die Rafale trägt mehr Nutzlast und einen Hardpoint für Waffen oder Tanks mehr. Der Eurofighter ist agiler, dafür hat die Rafale deutlich mehr Reichweite.
Die Abmachung mit Frankreich war dass die Franzosen beim FCAS und Deutschland beim MGCS die Führung übernimmt. Jetzt weigert sich die deutschen Firmen die zweite Geige zu spielen beim Flugzeug. Dazu kommt noch dass beim MGCS ein weiterer deutscher Partner Rheinmetall ins Projekt aufgenommen wurde, was es noch komplizierter macht.
Hier sind eher die Deutschen ein Problem als die Franzosen.
Beim Tiger Kampfhubschrauber waren auch deutsche Sonderwünsche (u. A. keine Bordkanone), die dazu führten, dass die deutsche Version sich erheblich von der Frankreichs und Spaniens unterschied. Auch hier ist Deutschland das Problemkind gewesen.
Es geht bei solchen multinationalen Projekten aber auch darum, Kompromisse eingehen zu können, statt sich national durchzusetzen. Komischerweise sind es immer die Franzosen, die sich in solchen Projekten nicht zurechtfinden können und aussteigen (Tornado, Eurofighter, Boxer, jetzt FCAS…).
So geht europäische Kooperation nicht. Das war den Franzosen nach dem extrem teuren Sonderweg Rafale auch sonnenklar. Und wenn Dassault nun nachkartet, obwohl eine andere Verteilung abgemacht (und fair) war, dann ist das schlicht keine Grundlage für eine Kooperation. Wenn Frankreich möchte, dass andere Staaten ihnen ihre Rüstungsprojekte finanzieren sollen, dann können sie das auch einfach so sagen. Aber wenn wir am Ende eh nur das Projekt eines anderen Staats finanzieren sollen, dann können wir auch gleich GCAP kaufen, das ist wenigstens ehrlich und ein tatsächlich multinationales Programm.
Danke für deinen Einblick.
Hm, wahrscheinlich wäre es egal wie nicht fertig geworden bis 2029 wenn laut Verteidigungsminister Russland die Nato angreifen will… Scheint mir trotzdem dämlich das weiter zu verzögern.
FCAS ist auf 2040 anvisiert (gewesen). Kampfjets sind sehr komplexe Rüstungsgüter, die entsprechend eine lange Entwicklungszeit haben. Der Eurofighter wurde 1983 angefangen zu planen und erst 2003 in DE in Betrieb genommen. Russland hat hiermit nichts zu tun.
Für Deutschland besteht nun die Möglichkeit bei GCAP einzusteigen, ein gemeinsames Projekt von UK, Italien und Japan. Hier wäre man aber eher “privilegierter Käufer” statt Kooperationspartner, wie bei FCAS.
Da Dassault 80% Entscheidungsgewalt anstrebt, würde sich ja nichts ändern. Ich habe das Gefühl hier soll die französische Forschung und Entwicklung querfinanziert werden.
Spätestens jetzt würde ich also mit dem GCAP-Konsortium ins Gespräch kommen, um zu sehen, ob die Specs unseren Anforderungen entsprechen. Allerdings ist dann auch klar, das Airbus und somit der erhoffe Umsatz raus ist.
Dassault die Führung zu geben ist die richtige Entscheidung. Die können besser Kampfflugzeuge bauen als viele andere. Ihnen fehlt es nur an Kapital.
Dassault will nicht sein ganzes know-how an die Konkurrenz weitergeben, was verständlich ist
Eventuell liesse sich auch was machen mit einer Dassault-Tochterfirma in Deutschland. Sodass hier auch Wertschöpfung erfolgen kann.
Lieber 20% FCAS als nur Kunde bei GCAP.
SAAB kann auch Kampfflugzeuge :-)
Soweit ich verstanden habe ging es vorwiegend um die Entscheidungsgewalt über die Vernetzung und Drohnenfernsteuerung. Im dem Rüstungs- und Sensorikbereich sind viele kompetente Firmen unterwegs und nach der Vorgeschichte Eurofighter würde ich mal kleine Brötchen backen.




