Nicht überall werden die Jobcenter vom Bund betrieben.
Was das Jobcenter in Essen anders macht:
Die Sachbearbeiter beauftragen externe Teams aus Psychologen und Sozialpädagogen, um die häufig vorliegenden komplexen Problemlagen fundiert abzuklären. Selbstverständlich gilt da immer die Schweigepflicht und das Jobcenter erfährt nur das, was Betroffene es wissen lassen wollen.
In besonderen Fällen wird dann (auf Kosten des Jobcenters) aufsuchende Sozialarbeit mit Hausbesuchen durchgeführt - allerdings fachkundig, zugewandt und nicht etwa gegen den Willen der Betroffenen. Nicht selten werden Anträge in einem Moment äußester Not gestellt - da braucht es solche Unterstützung. Manche Leute haben jahrelang keinen Arzt gesehen, andere haben seit Tagen nichts mehr gegessen, wieder andere leben auf der Straße…
Nach allem, was ich gehört habe, ist dieses Modell erfolgreich. Natürlich ist auch hier noch viel Luft nach oben, aber: Diejenigen, die aus anderen Städten umgezogen sind, sind manchmal regelrecht begeistert davon. Es gibt viel zu viele, die jahrelang durch das soziale Netz fallen. Für sie ist elementar, endlich mal gesehen und aktiv unterstützt zu werden.
Es wäre allen Betroffenen zu wünschen, dass sie - so sie sich unterstützen lassen können und mögen - wohlwollend und fachkundig dort abgeholt würden, wo das Schicksal sie hingeworfen hat.
Hintergründe und Links für Interessierte
Essen ist eine sogenannte Optionskommune und betreibt seine Jobcenter selbst und nach eigenen Regeln.
In der Stadt Essen erhält etwa ein Sechstel der Bevölkerung existenzsichernde Leistungen, davon die meisten SGBII. Das sind etwa 86.000 Leute, und damit doppelt so viele Empfänger:innen wie im deutschen Schnitt.
Die allermeisten Betroffenen mit bislang unzureichender medizinischer Versorgung nehmen gerne das Angebot an, sich dann beispielsweise bei der LVR-Universitätsklinik (Psychiatrie) weiter helfen zu lassen. Diese hat eine spezielle Kooperation mit dem Jobcenter und extra Kapazitäten dafür.
Selbst wenn es dabei - quasi im Auftrag der Steuerzahler:innen - vorrangig darum geht, Leute in Arbeit zu bringen, bedeutet dieses Vorgehen nicht selten, dass Menschen erst mal wieder zurück ins Leben gebracht werden, weil sie beispielsweise dabei unterstützt werden, ihre Schuldenproblematik anzugehen, aus dem Obdachlosenheim in eine Wohnung zu ziehen, oder ihre Depression diagnostizieren und behandeln zu lassen.
Nicht überall werden die Jobcenter vom Bund betrieben.
Was das Jobcenter in Essen anders macht:
Die Sachbearbeiter beauftragen externe Teams aus Psychologen und Sozialpädagogen, um die häufig vorliegenden komplexen Problemlagen fundiert abzuklären. Selbstverständlich gilt da immer die Schweigepflicht und das Jobcenter erfährt nur das, was Betroffene es wissen lassen wollen.
In besonderen Fällen wird dann (auf Kosten des Jobcenters) aufsuchende Sozialarbeit mit Hausbesuchen durchgeführt - allerdings fachkundig, zugewandt und nicht etwa gegen den Willen der Betroffenen. Nicht selten werden Anträge in einem Moment äußester Not gestellt - da braucht es solche Unterstützung. Manche Leute haben jahrelang keinen Arzt gesehen, andere haben seit Tagen nichts mehr gegessen, wieder andere leben auf der Straße…
Nach allem, was ich gehört habe, ist dieses Modell erfolgreich. Natürlich ist auch hier noch viel Luft nach oben, aber: Diejenigen, die aus anderen Städten umgezogen sind, sind manchmal regelrecht begeistert davon. Es gibt viel zu viele, die jahrelang durch das soziale Netz fallen. Für sie ist elementar, endlich mal gesehen und aktiv unterstützt zu werden.
Es wäre allen Betroffenen zu wünschen, dass sie - so sie sich unterstützen lassen können und mögen - wohlwollend und fachkundig dort abgeholt würden, wo das Schicksal sie hingeworfen hat.
Hintergründe und Links für Interessierte
Essen ist eine sogenannte Optionskommune und betreibt seine Jobcenter selbst und nach eigenen Regeln.
In der Stadt Essen erhält etwa ein Sechstel der Bevölkerung existenzsichernde Leistungen, davon die meisten SGBII. Das sind etwa 86.000 Leute, und damit doppelt so viele Empfänger:innen wie im deutschen Schnitt.
Die allermeisten Betroffenen mit bislang unzureichender medizinischer Versorgung nehmen gerne das Angebot an, sich dann beispielsweise bei der LVR-Universitätsklinik (Psychiatrie) weiter helfen zu lassen. Diese hat eine spezielle Kooperation mit dem Jobcenter und extra Kapazitäten dafür.
Selbst wenn es dabei - quasi im Auftrag der Steuerzahler:innen - vorrangig darum geht, Leute in Arbeit zu bringen, bedeutet dieses Vorgehen nicht selten, dass Menschen erst mal wieder zurück ins Leben gebracht werden, weil sie beispielsweise dabei unterstützt werden, ihre Schuldenproblematik anzugehen, aus dem Obdachlosenheim in eine Wohnung zu ziehen, oder ihre Depression diagnostizieren und behandeln zu lassen.
Oh wow, das klingt wirklich richtig toll!! Macht ein bisschen Mut, dass andere Kommunen sich daran ein Vorbild nehmen könnten