Das ist kein Recht auf Reparatur, das ist eine Verpflichtung für Hersteller, Reparaturen
zu verkaufenanzubieten, zu praktisch beliebig unattraktiven Konditionen.Ein echtes Recht auf Reparatur würde bedeuten, dass man beim Kauf eines Geräts die zur Reparatur notwendige Dokumentation mit bekommt und der Hersteller Ersatzteile anbieten muss. In der Vergangenheit war das durchaus üblich, dass z.B. Elektrogeräte an der Gehäuseinnenseite einen Schaltplan hatten. Oft lagen auch den Bedienungsanleitungen von allen möglichen Geräten Ersatzteillisten bei, meist sogar mit Zeichnungen. Das wird immer weniger. Und dieses dumme Gesetz wird das auch nicht ändern, denn es macht einfach nur die Hersteller zum Gatekeeper für Reparaturen.
Dazu kommt dann noch diese Softwarekomponente - selbst wenn du dein Gerät repariert bekommst, ist der Server immer noch abgeschaltet und das Gerät voller Sicherheitslücken, weil der Hersteller keine Updates bringt. Und dann ist alles noch so Miniaturisiert, dass du es kaum noch selbst löten kannst. SMD-Löten macht man nicht mal eben so
Eben. Die Reparaturen sind dann so teuer, das man lieber ein neues Produkt kauft… völliger Schwachsinn.
Ja. Und die Anforderung, das zu einem “angemessenen” Preis zu machen, erschlägt man einfach darüber, dass die Reparatur viel Zeit in Anspruch nimmt.
So ein Gesetz kann nur von dummen, verwöhnten, reichen Politikern kommen, die nie selbst etwas gearbeitet, geschweige denn repariert haben, weil sie es sich leisten können, einen Handwerker zu bestellen, um einen Nagel in die Wand zu schlagen.
Naja, die Schaltpläne auf der Rückseite waren halt nur solange sinnvoll, solange standardisierte Röhren und Transistoren verbaut wurden die man auch von verschiedenen Herstellern beziehen konnte. Heute werden für jedes Gerät teile und Lösungen entwickelt die nur für dieses eine Gerät verwendet werden, und wofür nur der Hersteller allein teile anbietet. Soll heißen wenn der Hersteller keine Ersatzteile mehr liefert nützt mir auch die Reperaturanleitung nichts mehr. Es müssten halt wieder viel mehr auswechselbare Universalbauteile verwendet werden damit Reperaturen sinnvoll möglich sind.
Die Gerätehersteller stellen Mikrocontroller etc. doch nicht selbst her. Mit Schaltplan, BOM und Firmware sollte man alles reparieren können.
Damit eine Reparatur auch nach vielen Jahren überhaupt noch möglich ist, sollen die Hersteller verpflichtet werden, Ersatzteile für bestimmte Modelle entsprechend der erwarteten Lebensdauer vorzuhalten. Für Smartphones bedeutet das etwa, dass die Teile, aus denen das Mobiltelefon besteht, nach der Einstellung der Produktion des betreffenden Modells noch mindestens sieben Jahre lang verfügbar sein müssen.
Das hift ja trotzdem nicht viel, wenn Hersteller das Gerät dadurch unbrauchbar machen, indem sie dafür sorgen, dass die Software nur mit registrierten Hardwarekomponenten arbeitet, oder dass sich keine andere Software installieren lässt, weil der Chip das nicht zulässt, oder weil irgenein Online-Server von denen dann eingestellt wird.
Vielmehr müssten die Hersteller dazu genötigt werden, nach Einstellung ihres Produktes eine Installation einer alternativen Software (z.B. bei Smartphones) zu ermöglichen, z.B., indem man das Gerät beim “finalen Update” von vorherigen softwareseitigen Restriktionen befreit. Auch gut wäre es, wenn man die Hersteller zwingen könnte, von eingestellten Softwareprodukten den Quellcode zu veröffentlichen, damit sich versierte Nutzer dann das Gerät so konfigurieren können, dass es weiterhin nutzbar ist (z.B. bei Smart-Home-Geräten).
Auch ist “Recht auf Reparatur” ein Framing, das impliziert, dass man vorher nicht das Recht hatte, Dinge zu reparieren. Das Recht hierzu hat es immer gegeben. Die Hersteller haben Reparaturen nur durch Maßnahmen ihrerseits nicht ermöglicht, oder zumindest durch Malicious Compliance erschwert. Richtig müsste es heissen: “Verpflichtung der Hersteller zur Ermöglichung der Reparatur von bereits an den Kunden verkauften Geräten”.



