Tldr:
Nachts ist es kühler und die Luftfeuchtigkeit höher. Tagsüber ist die Luftfeuchtigkeit niedrig und der Sprühnebel würde sofort verdunsten. “Wir wollen das Herbizid auf dem Boden und auf dem Ackerfuchsschwanz haben und nicht in der Luft”, erklärt der Landwirt. Nachts weht meist auch weniger Wind, das heißt, es gibt weniger Abdrift des Sprühnebels.
Im Sommer wird er nachts auch den Raps spritzen, mit einem Insektizid. Dann hat die nächtliche Aktion einen weiteren Vorteil: Er schädigt damit keine Bienen, denn die sind nur tagsüber unterwegs.
Übrigens mal so als kleine Anmerkung dazu.
Es ist übrigens verboten bei zu starkem Wind bzw hohen Temperaturen zu spritzen (ich bin mir nicht ganz sicher wie genau da die Bestimmungen sind aber meines Wissens nach ist das so.
Profitmaximierung: Warum spritzen Landwirte überhaupt?
Dafür muss man verstehen, was man überhaupt mit Spritzen erreichen will. Es geht primär werden (unabhängig von der Kultur) Herbizide (Unkrautvernichter), Insektizide und Fungizide eingesetzt. Herbizide sollen der Kultur einen Wachstumsvorteil geben und ihr ermöglichen groß genug zu werden, sodass Unkraut die Haupt Kultur nicht mehr unterdrücken kann. Fungizide und Insektizide haben den Zweck, die Kultur vor Schäden durch Insekten und Pilze zu bewahren. Des weiteren werden bei Getreide Wachstumshemmer eingesetzt, damit das Getreide nicht so hoch wächst und stattdessen mehr Energie in die Ähren steckt.
Die Frage ist natürlich nun, muss man eigentlich überhaupt spritzen und das ist etwas, was nicht so ganz einfach zu beantworten ist. Herbizide kann man eigentlich, außer in Extremfällen, komplett weglassen ohne große Einbußen zu haben. Mit mechanischer Unkrautbekämpfung (Striegeln, Hacken, Saatbettbereitung) kommt man da schon ganz gut gegen an. Das Problem ist jedoch, dass das halt deutlich komplizierter ist, da man oftmals nur sehr kleine Zeitfenster zwischen “ich kann noch 1-2 Tage warten um dem Unkraut noch deutlich mehr wehzutun” und “ich bekomme das Unkraut nicht mehr mit meinen Maschinen aus dem Boden gerissen” (was mechanische Unkrautbekämpfung faktisch ist) hat. Wenn man einfach nur mit Glyphosat da drüber bügelt ist das schon ziemlich einfach. Wenn das Unkraut größer ist, kippt man halt mehr in die Spritze rein.
Insektizide und Fungizide sind nicht unbedingt nötig, da die auch meistens nicht das Hauptproblem sind (also Pilze/Insekten). Der ökologische Landbau bietet hierfür durchaus auch natürliche (im Sinne von nicht Synthetische) Mittel an, welche natürlich nicht so effektiv sind. Eine Kultur, beispielhaft, welche quasi nicht ohne Insektizide funktioniert ist Raps, da der Rapsglanzkäfer nicht anders bekämpfbar ist. Man kann es probieren mit enorm vielen Bienenvölkern die Pflanzen schneller zu bestäuben, als der Käfer die Blüten zerstören kann, hat aber trotzdem immer noch enorme Ertragseinbußen.
Die genannten Wachstumshemmer kann man ganz einfach weglassen. Das Stroh kann man zudem zur Humusbildung auf dem Acker lassen.
Steht im Artikel. Von Hand jäten ist zu mühsam, maschinell nicht effektiv genug.
Ohne Profit keine Existenz als Selbständiger.
Kann die Gründe, warum nachts gespritzt wird, nachvollziehen. Habe eben die A-Karte gezogen; wohne am Feld. 🚜