Der Bundeskanzler findet: Arbeitnehmer in Deutschland haben zu viele Krankheitstage. Bei einem Wahlkampfauftritt räsoniert er über eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die AOK widerspricht.
Ich muss zugeben, dass ich zuerst auch die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung in Verdacht hatte. Und ich kenne EINEN konkreten Fall bei mir in der Arbeit, bei der der Kollege zugab diese Form hin und wieder auszunutzen. Aber lt. Statista wird wohl ein anderer Grund vermutet:
…So erklärt die DAK den sprunghaften Anstieg des Krankenstandes in erster Linie mit einem statistischen Effekt im Zuge der neuen elektronischen Erfassung von Krankschreibungen (eAU) spätestens seit 2022. Mussten Versicherte zuvor ihre Krankschreibung selbst bei den Krankenkassen einreichen, wird diese jetzt elektronisch von den Arztpraxen übermittelt, was eine deutlich genauere Erfassung zur Folge hat…
Ich gestehe hier an dieser Stelle, dass ich schuldig bin. Hab in meinem Leben nicht ein einziges Mal eine Krankschreibung an meine Krankenkasse geschickt.
Ich hab früher auch immer angenommen, dass die Krankenkasse das ja weiß, weil es der Arzt verordnet und der meine Karte hatte. Ich hab das erst kurz vorher angefangen als ich wegen einer Phase mit viel Papierkram die App der Krankenkasse installiert hatte und darüber drauf gestoßen bin, dass ich das hätte melden sollen…
Also die Barmer hat sich auch vor der elektronischen Erfassung immer in der App bei mir gemeldet, dass eine Krankschreibung eingegangen ist.
Zumindest bei mir ging das also auch immer ohne.
Dann war das vermutlich ein Service deiner Arztpraxis.
Ich hatte (ebenfalls vor der elektronischen Meldung) ne längere Krankheitsphase inkl. Krankengeld und musste deswegen immer nachweisen, dass ich immer noch krank bin.
Bei dem einen Arzt haben die das selber an die Kasse geschickt, aber als ich die Praxis gewechselt hab, musste ich das dann selber machen.
War immer ne Rennerei. Diese elektronische Meldung ist ein Segen.
In der Regel ist das für den ansonsten gesunden Arbeitnehmer, der mal ne Woche wegen Schnupfen krankgeschrieben ist und dann wieder zur Arbeit geht auch egal, ob die Kasse das jetzt erfasst hat oder nicht. Aber wenn dann - wie bei mir - was längerfristiges draus wird und es um die Lohnfortzahlung und Krankengeld geht, oder am Ende gar die Berufsunfähigkeitsversicherung einspringen muss, dann hat das Auswirkungen, dass das von Anfang an lückenlos dokumentiert sein muss.
Korrigiert mich wenn ich falsch liege. Aber die Notwendigkeit die Meldungen abzugeben bestand darin dass nach 6 Wochen die KK die Lohnfortzahlung übernimmt.
Dafür muss sie aber wissen dass du bereits 6 Wochen mit der gleichen Krankheit ausfällst.
Ich gestehe auch, ich hab das nie gemacht. Hat auch niemanden interessiert.
Blöde Frage am Rande aber müssten die Unternehmen denn nicht selbst am Besten wissen ob die Zahlen denn wirklich steigen? Wieso äußert man sich da nicht? Oder geht das in meiner Bubble unter.
Unternehmen sind ja anscheinend genau die, die wollen, dass Leute krank zur Arbeit gehen. Für logische Argumente wie “dann stecken sie ihre Kollegen auch an” haben sich Unternehmer noch nie interessiert.
Naja, wenn ich mich richtig an die Statistik erinnere, ist die Mehrzahl der Krankschreibungen in Deutschland nicht durch ansteckende Krankheiten bedingt, sondern durch so Sachen wie reumatische Erkrankungen und psychologische Dinge. Typische Zeichen einer alternden und auch sonst problematischen Gesellschaft die eigentlich nur duch Arbeitszeitreduktion gemildert werden könnte.
Teil des Problems ist hier, dass immer noch viel zu viele mit ansteckenden Krankheiten zur Arbeit gehen, das ist so tief drin dass es teilweise sogar gegen die expliziten Wünsche der Vorgesetzten geschieht (eher nicht die Mehrheit der Vorgesetzten, aber auch Chefs sind kein Monolith).
Nichtansteckende Krankheiten sind natürlich auch ein großes Problem. Ich bin ja selbst wegen Krankheit langfristig arbeitsunfähig.
Vor allem geht vieles oder alles an der Merz’schen Bubble vorbei. Auch wenn sich jene mit Expertise äußern.
Wo soll man sich als Unternehmen äußern? Wo würde die Presse das aufgreifen und wo würden wir das (sonst) irgendwie mitbekommen?
Merz labert scheisse. Presse druckt es ab. Hinterfragt und mit Kontext bzw anderen Meinungen gespickt wird es in der Nachrichtenpresse eher selten / bei nur wenigen Nachrichtenmedien.
Ich muss zugeben, dass ich zuerst auch die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung in Verdacht hatte. Und ich kenne EINEN konkreten Fall bei mir in der Arbeit, bei der der Kollege zugab diese Form hin und wieder auszunutzen. Aber lt. Statista wird wohl ein anderer Grund vermutet:
Ich gestehe hier an dieser Stelle, dass ich schuldig bin. Hab in meinem Leben nicht ein einziges Mal eine Krankschreibung an meine Krankenkasse geschickt.
Ich hab früher auch immer angenommen, dass die Krankenkasse das ja weiß, weil es der Arzt verordnet und der meine Karte hatte. Ich hab das erst kurz vorher angefangen als ich wegen einer Phase mit viel Papierkram die App der Krankenkasse installiert hatte und darüber drauf gestoßen bin, dass ich das hätte melden sollen…
Also die Barmer hat sich auch vor der elektronischen Erfassung immer in der App bei mir gemeldet, dass eine Krankschreibung eingegangen ist.
Zumindest bei mir ging das also auch immer ohne.
Dann war das vermutlich ein Service deiner Arztpraxis. Ich hatte (ebenfalls vor der elektronischen Meldung) ne längere Krankheitsphase inkl. Krankengeld und musste deswegen immer nachweisen, dass ich immer noch krank bin. Bei dem einen Arzt haben die das selber an die Kasse geschickt, aber als ich die Praxis gewechselt hab, musste ich das dann selber machen.
War immer ne Rennerei. Diese elektronische Meldung ist ein Segen.
In der Regel ist das für den ansonsten gesunden Arbeitnehmer, der mal ne Woche wegen Schnupfen krankgeschrieben ist und dann wieder zur Arbeit geht auch egal, ob die Kasse das jetzt erfasst hat oder nicht. Aber wenn dann - wie bei mir - was längerfristiges draus wird und es um die Lohnfortzahlung und Krankengeld geht, oder am Ende gar die Berufsunfähigkeitsversicherung einspringen muss, dann hat das Auswirkungen, dass das von Anfang an lückenlos dokumentiert sein muss.
Ich auch nicht. Ich dachte auch das passiert automatisch. Warum sollte ich die auch extra dahin schicken?
Korrigiert mich wenn ich falsch liege. Aber die Notwendigkeit die Meldungen abzugeben bestand darin dass nach 6 Wochen die KK die Lohnfortzahlung übernimmt. Dafür muss sie aber wissen dass du bereits 6 Wochen mit der gleichen Krankheit ausfällst. Ich gestehe auch, ich hab das nie gemacht. Hat auch niemanden interessiert.
Blöde Frage am Rande aber müssten die Unternehmen denn nicht selbst am Besten wissen ob die Zahlen denn wirklich steigen? Wieso äußert man sich da nicht? Oder geht das in meiner Bubble unter.
Unternehmen sind ja anscheinend genau die, die wollen, dass Leute krank zur Arbeit gehen. Für logische Argumente wie “dann stecken sie ihre Kollegen auch an” haben sich Unternehmer noch nie interessiert.
Das wäre ja auch ein Übermorgen-Problem. Wo bleibt da die Wertschöpfung von heute?
Naja, wenn ich mich richtig an die Statistik erinnere, ist die Mehrzahl der Krankschreibungen in Deutschland nicht durch ansteckende Krankheiten bedingt, sondern durch so Sachen wie reumatische Erkrankungen und psychologische Dinge. Typische Zeichen einer alternden und auch sonst problematischen Gesellschaft die eigentlich nur duch Arbeitszeitreduktion gemildert werden könnte.
Teil des Problems ist hier, dass immer noch viel zu viele mit ansteckenden Krankheiten zur Arbeit gehen, das ist so tief drin dass es teilweise sogar gegen die expliziten Wünsche der Vorgesetzten geschieht (eher nicht die Mehrheit der Vorgesetzten, aber auch Chefs sind kein Monolith).
Nichtansteckende Krankheiten sind natürlich auch ein großes Problem. Ich bin ja selbst wegen Krankheit langfristig arbeitsunfähig.
Vor allem geht vieles oder alles an der Merz’schen Bubble vorbei. Auch wenn sich jene mit Expertise äußern.
Wo soll man sich als Unternehmen äußern? Wo würde die Presse das aufgreifen und wo würden wir das (sonst) irgendwie mitbekommen?
Merz labert scheisse. Presse druckt es ab. Hinterfragt und mit Kontext bzw anderen Meinungen gespickt wird es in der Nachrichtenpresse eher selten / bei nur wenigen Nachrichtenmedien.